Wenn ich einem Besucher etwas Aktuelles oder Geschichten von früher erzählen will, habe auch ich inzwischen häufiger Ausfälle. Um mich dann nicht allzu sehr über mich zu ärgern, weil mir zum Beispiel ein Blumenname, eine Stadt, ein Buchtitel oder ein Schriftsteller, nicht sofort einfällt, habe ich mich einerseits (sehr mühsam) dazu erzogen, nicht sofort hektisch in Stress zu kommen. Andererseits habe ich jetzt begonnen Namenlisten zu erstellen. Diese Listen aufzuschreiben, machen mir Spaß und sie sind vor allem erfolgreich. Da steht dann z. B. für das Jahr 2023:
Heilerde
Humus
Mikrowelle…
2024:
Elektronische Patientenakte…
2025:
Storchenschnabel
Smartphone
Ungeduld —„Entdeckung der Langsamkeit“
Intoleranz…
2026:
Milben
Kammerjäger
Zugangsdaten für den Blog…
Ehrenamt: „Freunde alter Menschen“
Trinkgeld
Eichelhäher
Kichererbse…
Mal abwarten, was mir weiterhin dazu ein-fällt, beziehungsweise, was weg-fällt oder was mir ge-fällt, weil ich es doch weiß. Bei der Suche nach einem Begriff, fällt mir oft nur ein Umweg ein. Zum Beispiel, bei Frühlingsblumen fehlen mir immer öfter Namen. Dann lese ich bei Google nach, dass diese Pflanze lange blüht, vor allem rosa und lila, dass sie winterhart und ein Bodendecker ist und Bienen anlockt und, dass ich sie früher in meinem Garten und auf dem Balkon angepflanzt hatte. Auf diesem Weg fällt mir oft, tatsächlich, der Name doch wieder ein, wie hier: „Storchenschnabel.“ Und dann kommt er auf meine Liste.

Wenn ich ihn dann später, zunächst spontan, nicht weiß, sehe ich auf meiner Liste nach und dadurch festigt sich dieser Begriff wieder und ich bin jeweils zufrieden über diesen kleinen Erfolg.
Mein Vater, der bis in sein hohes Alter, ein sehr gutes Gedächtnis hatte, konnte lange, bis zuletzt, viele Gedichte auswendig zitieren. Er hatte den Trick, dass er, auf der Suche nach einem Begriff, das Alphabet durchging, ich kann mich erinnern, dass er sich dann immer sehr freute, wenn er ihn wieder herausgefunden hatte.