SOLLTEN WIR MEHR LACHEN? – GERADE JETZT?

Ein provokanter Satz? Oder ein guter?
Zumindestens, einer zum Nachdenken.

Eines steht fest, eine PORTION HUMOR schadet nicht, kann aber für eine heilsame Distanz zum Alltag sorgen, auch in diesen Krisenzeiten.

Dazu sagt die POSITIVE PSYCHOLOGIE:
„Wer anderen Menschen komische Anekdoten oder Witze erzählt oder sie aufschreibt, ist im Durchschnitt zufriedener, weniger depressiv, lacht und lernt leichter.“

Klar, machen die aktuellen Krisen jedem von uns Stress. Aber sie können uns auch Öffnen für andere Perspektiven und uns damit erholen von Verzweiflung und Unzufriedenheit.

Wenn wir nicht verlernen zu Lachen, reduzieren wir Stress und stärken so das Immunsystem. Darum ist ein Gegenmittel: Ärger und Frust ab und zu in Humor zu verwandeln.

Dazu ein eigenes Beispiel:
„Ich erwartete ein Paket von Amazon, (dieses wird mir normalerweise per Mail angekündigt.) Als es an der Tür klingelte, drückte ich auf den Öffner, aber niemand erschien. Da ich vermutete, dass der Zusteller (mal wieder), bei mir geklingelt hatte, aber nur ins Haus hinein wollte, wartete ich eine Weile, schloss dann aber wütend meine Wohnungstür.

Nach einer Stunde wollte ich einen Spaziergang machen, drückte auf den Fahrstuhlknopf und da lag doch tatsächlich, ganz alleine mein Päckchen, das ‚brav‘ auf mich gewartet hatte. Die Erklärung dafür könnte vermutlich ‚nur’ gewesen sein, da es schon dunkel war und der Zusteller erschöpft, fand er für sich, diese kreative Lösung.
Richtig bewusst, dass dieses doch eine humorvolle Variante meines stressigen Alltags war, wurde es mir aber erst, als ich diese Situation Nachbarn erzählte und wir darüber gemeinsam lachen konnten.“

Um dieses riesige Thema weiter zu vertiefen, suchte ich nach möglichen HILFSMITTELN wie es z.B. :
DEUTSCHE SPRICHWÖRTER sind, die
vermutlich jeder kennt:
„Humor ist die Medizin, die am wenigsten kostet und am sichersten hilft.“
„Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“ „
„Wer lacht, gewinnt.“
„Auch ein blindes Huhn, findet mal ein Korn.“
„Lachen ist die beste Medizin…“

SYNONYME für humorvoll sind u.a.:
heiter; witzig; scherzhaft; gut gelaunt; amüsant; vergnügt; lebensfroh; optimistisch…

Passende AKTUELLE LITERARISCHE TEXTE sind u.a.:
Joachim Meyerhoff, Ach, diese -Lücke, diese entsetzliche Lücke, Band 3, 2017

Wolfgang Krüger, Humor für Anfänger und Fortgeschrittene, 2022, dazu befragte er 20 Prominente.

Sebastian Fitzek, Elternabend, 2023

Axel Haake, Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten, 2024

Cordula Stratmann, Wo war ich stehen geblieben? Grübeleien und Geistesblitze, 2025

Joachim Meyerhoff, Man kann auch in die Höhe fallen, 2026

FILME (Charlie Chaplin), GEDICHTE, (Wilhelm Busch, Kurt Tucholsky, Mascha Kaleko, Christian Morgenstern, Erich Kästner) und Lieder (SÄNGERIN GITTE, 1983: („Ich will alles, ich will alles und zwar sofort…) Damit hat jeder andere Erinnerungen und Erfahrungen. Diese werden so vielseitig sein, dass man nur für sich selbst erforschen kann, ob und wie der Humor der Künstler einen erreichen und evtl. in Krisen begleiten kann.

HUMOR IN MEINEM ALLTAG
„Zum Beispiel freue ich mich über den Schiebe-Dienst, den die Diakonie für Rollstuhlfahrer anbietet. Aber als neulich vier Termine nacheinander, wegen Regen und Sturm, ausfielen, war meine Freude und auch mein Humor verschwunden. Die Regel dort ist, dass SCHIEBEHELFER nur kommen dürfen, um mich, mit dem Rolli, nach draußen, ins Café oder zum Arzt zu schieben.

„Bei TECHNIK-PROBLEMEN haben wir doch Alle oder fast Alle, schnell keinen Humor mehr. Oder? Denn dabei überwiegen oft Gefühle der Hilflosigkeit, des Alleine-Seins, aber auch der Wut, wenn wir etwas, was wir schon einmal konnten, nicht mehr beherrschen.
Ich kenne bei diesem Thema, Eifersucht auf andere, die zu Hause einen ‚Experten’ haben.“

(Dazu fand ich erst kürzlich den sehr empfehlenswerten PODCAST des Astrophysikers Lesch und seines Freundes Schwarz. (ARD MEDIATHEK, LESCH SIEHT SCHWARZ):
https://share.google/XFBBr3GCdLPvtoqrC

HUMOR CARTOONS, kann ich hier leider nicht in diesen Blog setzen (dafür braucht es Genehmigungen). Ich kann aber jedem nur empfehlen, sich selbst welche im Netz herauszusuchen.

„Für mich war, über viele Jahrzehnte, MARIE MARX, die passende Künstlerin, denn sie zeichnete humorvolle Cartoons, zum Thema Erziehung, mit denen ich damals gerne meinen Psychologie-Unterricht auflockerte. Diese haben mir oft, schon bei der Vorbereitung auf den Unterricht, gute Laune gemacht. Im Psychologie-Unterricht war ich dann oft erstaunt, dass die Studierenden, die insgesamt sehr viel jünger waren als ich, über völlig andere Cartoons lachen konnten, aber nicht über meine.“

„Heute bin ich voller Bewunderung, für den Zeichner, KLAUS STUTTMANN, der im Berliner Tagesspiegel, täglich die aktuelle politische Situation, nicht in einem langen Text beschreibt, sondern seine Sichtweise durch Zeichnungen gekonnt auf den Punkt bringt und so durch seinen Spott den Leser zum Nachdenken bringt.“

HUMOR IM ALTER
„Ich weiß, dass ich mich jetzt, wiederhole, aber die gesundheitlichen Vorteile wie Stressabbau und Stärkung des Immunsystems zu stabilisieren, fördert geistige Flexibilität und damit auch Akzeptanz der Realität. Diese ‚Weisheit’ hilft, Abstand zu sich selbst zu gewinnen und über sich selbst zu lachen. Eine positive Lebenseinstellung und soziale Kontakte durch gemeinsames Lachen, kurbelt die Durchblutung an und sorgt für gute Laune, über alle Altersgrenzen hinweg.

Ein Vorschlag, den ich im Netz fand und der mir sehr gefiel: „Suche nach Humor in deinem Alltag“. Der schwierigste ist sicher, im Stress das Gelernte in Situationen anzuwenden, in denen wir (normalerweise) mit Ärger oder Frustrationen reagieren. Eine kleine Prise Selbst-Ironie kann nicht schaden. Das ist nicht nur eine Kunst, sondern auch gesund.
Menschen, die sich selbst mit Heiterkeit begegnen können, schaffen es besser, Ärger und Frustration in Humor zu verwandeln.

In Seminaren zu Themen wie: ACHTSAMKEIT UND DANKBARKEIT, wird u.a. empfohlen, Wünsche aufzuschreiben, die nichts mit der aktuellen Krise zu tun haben, sondern den Blick darauf richten, was einem Freude bereitet. Ein wichtiger Hinweis ist es auch, sich nicht ständig von Katastrophenmeldungen überfluten zu lassen, sondern sich von zu vielen Informationen abzugrenzen und sich auf das zu konzentrieren, was ich selbst beeinflussen kann.

HUMOR VERLOREN?
Natürlich gibt es Schicksalsschläge, die Menschen depressiv und ängstlich werden lassen, so dass sie keinen Humor ertragen können. Auch dies ein wichtiges Thema, dass es zu erforschen gilt.

HUMOR UND BEHINDERUNG
Passt das überhaupt zusammen?
Eine Freundin schrieb mir: „Ein gutes Beispiel für mich ist, salopp gesagt, dass du dich nicht unterkriegen lässt. Du hast ja mit einer ganzen Reihe von körperlichen Schwierigkeiten zu tun, aber deine positive Haltung und dein wacher Geist, tun sicher nicht nur dir selber, sondern auch deiner Umgebung gut. Sogar bis quer über den Atlantik zu mir.“

Das Thema ist so immens groß und darum kann ich hier abschließend nur die Frage stellen: „Wie schafft man überhaupt ein Bewußtsein für Humor, ohne die Würde eines behinderten Menschen zu verletzen?
(Siehe auch: Wie behindert dürfen Witze sein? http://www.barrierefrei.de )

Die „Roten Nasen“ verbinden für mich die beiden riesigen Themen: Behinderung und Humor miteinander, darum hier Hinweise, um diese Organisation kennen zu lernen.
(Siehe dazu das Podcast-Interview mit Maria Gundolf und Clown Brischitt): https://www.deutschlandfunkkultur.de/als-clown-im-zirkus-immer-auf-duennem-eis-dlf-kultur-910b239b-100.html
Seit 1994 wurde in Österreich „Lachen und Freude in Krankenhäuser“ gebracht.
Seit 2008 engagiert sich Eckart von Hirschhausen bundesweit für die „Roten Nasen“, unter dem Motto:
HUMOR HILFT HEILEN , sprich: H H H…
Entstanden war die Idee, Kindern, die im Sterben liegen, noch einmal Freude zu bereiten. Und so kamen die Clowns ins Krankenhaus. Das hat sich inzwischen erweitert, so dass es jetzt auch viele Clowns gibt, die behinderte und demente Menschen regelmäßig und ehrenamtlich in Pflegeeinrichtungen besuchen.

Die Lebensfreude, die sie mitbringen, verbreitet eine wohltuende Stimmung, für Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörige.

Denn gute medizinische Versorgung allein reicht nicht aus, um emotionale Bedürfnisse zu erfüllen. „Rote Nasen“ bauen Brücken, zeigen Hoffnung, weil auch der Clown strauchelt, fällt und wieder aufsteht, weitergeht und lacht. Die Clowns begegnen den Menschen mit viel Respekt und Einfühlungsvermögen.

Mir fiel beim beim Schreiben und ihnen sicher beim Lesen auf, wir erinnern uns oftmals viel leichter an Anekdoten, in denen irgendetwas nicht gut gegangen ist und wir an uns oder an anderen herumgenörgelt haben. Situationen, in denen wir alleine oder gemeinsam mit anderen lachen konnten, sind dagegen nicht selbstverständlich.

Seitdem mir das bewusst geworden ist, versuche ich Lachsituationen jetzt öfter schriftlich festzuhalten.

2 Gedanken zu „SOLLTEN WIR MEHR LACHEN? – GERADE JETZT?

  1. Ein sehr berührender und inspirierender Text. Du zeigst auf wunderbar authentische Weise, wie Humor selbst in schweren Zeiten Kraft, Abstand und neue Perspektiven schenken kann.

    Besonders die persönlichen Anekdoten machen den Beitrag lebendig und nahbar. Ein wertvoller Impuls, der zum Nachdenken – und zum Lächeln – einlädt.

    Gefällt 1 Person

  2. „Ein Text, der beweist: Lachen ist zwar nicht steuerlich absetzbar, aber unbezahlbar. Zwischen Alltagschaos, Paketabenteuern und roten Nasen zeigt er wunderbar, wie Humor uns stolpern lässt – aber immer auf die Füße. Herrlich menschlich und herrlich heiter!“ 😄

    Like

Hinterlasse einen Kommentar