„Wer die Kunst versteht, mit sich selbst leben zu können, kennt keine Langeweile.“
Erasmus von Rotterdam, 1466-1536, Universalgelehrter.
Langeweile, ist das unangenehme Gefühl, einer befriedigenden Tätigkeit nachgehen zu wollen, es aber nicht zu können. Langeweile entsteht durch fehlende Anregung und Abwesenheit von Neugier, Interesse und Kreativität. Die Psychologie setzt die Langeweile mit einer Erschöpfungsdepression gleich, die von starken Gefühlen der Ohnmacht begleitet wird. Beobachtungen bei Kindern und Jugendlichen zeigen, dass sich bei ihnen die Langeweile oft als ein nicht lange zu ertragendes Gefühl darstellt. Sie versuchen dann mit allerlei spontan entstandenen Tätigkeiten dieses Gefühl, positiv zu beenden oder zu überbrücken.
So viel zur Theorie.
Nachbarn, die ich auf der Parkbank treffe, nerven mich oft, weil sie mir ausdauernd vorjammern, dass sie sich soooo langweilen, weil keine Tochter, kein Sohn, keine Enkel, keine Freunde, sie mehr besuchen. Dazu einige Kurz-Kommentare:
„Ich kann nicht mehr lange lesen, früher las ich dicke Romane.“
„Das Fernsehen ist nur noch ganz furchtbar, es ist zu schnell, zu oberflächlich, zu Krimibelastet und die zeigen viel zu viel Sport. Die Politik verstehe ich nicht mehr, die Nachrichten sind nur noch schrecklich…“
„Ich habe keinen zum reden, keiner hört mir zu.“
Das stimmt sicher alles und ich kann ihnen in vielen Punkten zustimmen.
Meine Kindheitserinnerungen zu diesem Thema: Schon als Kind habe ich meine Langeweile zu befriedigen versucht, denn sobald ich fließend lesen konnte, habe ich mir selbst diverse Fragen beantwortet. Ich forschte in den vier dicken Lexika meiner Eltern, nach den Themen, die in der Schule nicht vorkamen, wie: ‚Was ist eine Fatamorgana?‘ ‚Woher kommen die Kinder?‘ ‚Woher weiß Gott, dass ich in der Schule faul war?‘
Das kennen viele sicher auch aus ihrer Kindheit: Die Eltern hatten wenig oder gar keine Zeit, denn sie mussten arbeiten, renovieren, Gemüse anbauen und das Auto reparieren…Ältere Geschwister antworteten zu kompliziert, jüngere interessierten sich noch nicht. Dazu kommt, dass es in vielen Familien Tabuthemen gibt. Familiengeheimnisse ahnte man vielleicht, aber man wagte nicht, nach der (vermuteten) Adoption, der Nazivergangenheit der Großeltern oder dem Alkoholproblem des Bruders…zu fragen.
Da ich auch heute Langeweile gar nicht kenne, forsche ich in meinem heutigen Leben, warum das bei mir so ist. Ich stelle fest, dass auch jetzt noch, im Alter, mein Hauptmotiv, meine Neugierde ist und dass ich mich täglich darüber freuen kann, dass ich mir immer wieder neue Wege suche und finde, um diese Neugier zu befriedigen. Heute gibt es für die Beantwortung aller Fragen, verschiedene Techniken, um meine Fragen beantwortet zu bekommen.
Ich weiß natürlich, dass ich es sehr, sehr, gut habe, u.a. eine junge Freundin an meiner Seite zu haben, die mich intensiv begleitet, motiviert und hilft, mit der Technik umgehen zu lernen. Sie hatte nach meinem Schlaganfall, die sehr gute Idee, dass sie mir grundsätzlich irgendetwas Neues nur dann anschafft, wenn sie dasselbe System hat und damit umgehen und somit mir gut erklären kann. Und so kann sie mir helfen und das hat sich schon oft bewährt. Dieses Konzept kann ich nur empfehlen.
Die Gehirnforschung sagt, dass jede neue Anforderung für unser Gehirn wichtig ist und ein Mittel gegen drohende Demenz sein kann. Die Beschäftigung mit Kreuzworträtseln und Sudoko machen Freude und sorgt für Zufriedenheit, es noch leisten zu können, aber die Forschung sagt, dass es ist nicht ausreichend sei.
Jetzt bin ich froh, dass ich selbst mir früh genug Hilfe gesucht habe, um mit einigen Teilen, dieser mir bis dahin fremden Welt, gelernt habe, umzugehen. Mit der Technik kann ich heute immer wieder, Antworten bekommen, zu allen Fragen dieser Welt…
Dazu zwei Beispiele:
Schon immer haben mich SPRICHWÖRTER sehr interessiert und wenn mir heute eins einfällt, brauche ich dieses Sprichwort nur einzugeben und schon bekomme ich durch durch die Techniken Erklärungen, was es bedeutet.
„Du hast ja nicht mehr alle Tassen im Schrank.“ Diesen Ausspruch machte ich vor vielen Jahren, einem Kindergartenkind gegenüber, das mich nervte. Dadurch fühlte sich aber das Kind von mir genervt. Kind: „Ich verstehe dich nicht.“ Erklären, was das bedeutete, konnte ich damals nicht.
Heute könnte ich sofort
WIKIPEDIA ODER
MEIN HANDY ANKLICKEN:
„Das hebräischen Wort „toshia“ klingt ausgesprochen ähnlich wie Tasse und wird mit dem Wort Verstand übersetzt. Wer im deutschen Sprachraum des hebräischen nicht mächtig ist, verstand Tasse. Wer nicht alle Tassen im Schrank hat, hat demzufolge den Verstand verloren.“
An einem Brunnen, an dem ich oft vorbeigehe, steht der Spruch:
„Und dein Streben sei‘s in Liebe
und dein Leben sei die Tat.“
Als ich wieder einmal mit einem Freund vor diesem Brunnen stand und wir überlegten, wer diesen wohl geschrieben haben mag (wir vermuteten, der Erbauer dieses gesamten Geländes), zückte der Freund wortlos sein Handy, tippte den Spruch ein und stellte fest, dass er von Goethe sei und zwar aus dem Gedicht „Wanderlied“. Ich war beeindruckt, was heute alles möglich ist. Ich nutze seitdem diese Möglichkeiten der Wissenserweiterung, mit zunehmender Begeisterung.
Auf Grund von damals starkem beruflichen Engagement, konnte ich meinen Fragen nie in Ruhe nachgehen. Das kann ich erst heute., wieder einmal ein großer Vorteil des Älter-Werdens.
BLOG,
Dazu mein aktuelles Beispiel:
Da ich schon seit vielen Jahren, die (inzwischen 70) Bücher des Schriftstellers HANNS JOSEF ORTHEIL kenne und liebe, war ich erfreut festzustellen, dass er, angeregt durch die Pandemie, begann, einen Blog zu schreiben. In dem beschreibt er alle zwei, drei Tage private Texte zu seinem Alltag, immer im Wechsel zu aktuellen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Themen.
Und das Alles, nachdem auch er, einen Schlaganfall erlitten hatte.
Durch seinen Blog angeregt, begann ich vor über einem Jahr meinen zu schreiben.
Aktuell zutiefst berührt hat mich, dass man in seinem Blog: HANS JOSEF ORTHEIL. BLOG, ALLGEMEIN und DATUM (27. JANUAR), SCHWEBEN ein einstündiges, wortloses VIDEO über die WUPPERTALER SCHWEBEBAHN anklicken kann.
Da ich selbst, 1943, in Wuppertal geboren wurde, dort sechs Jahre lebte und dann später noch einmal vom 12.-22. Lebensjahr, ist mir das Fahren mit diesem weltweit einzigartigem Verkehrsmittel sehr vertraut und ich habe dieses einstündige Video mit großer Begeisterung, verbunden mit eigenen Kindheitserinnerungen, begeistert angesehen.
Da er auch als Kind in Wuppertal gelebt hat, warte ich jetzt, voller Spannung, auf seine Ankündigung: „Ich schreibe einen Roman über die Schwebebahn“.
MEDIATHEK (Kostenlos anzusehende Sammlung von Beiträgen, Filmen, etc. auf den Internetseiten der Fernsehsender) -> https://www.ardmediathek.de/
Da ist zum Beispiel die Serie von Filmen: „Geschichten von 100 Jahren, zu finden in der ARD MEDIATHEK“
YOUTUBE (Videos zu allen erdenklichen Themen) -> https://www.youtube.com/
LEBENSLINIEN, „Anna Lang, sie wurde 108 Jahre alt“
DAS INTERVIEW mit der 107 jährigen, hat mich mit ihrer Biografie zutiefst gerührt.
Ebenfalls bei YouTube finde ich auch
NEUE THEMEN WIE: POETRY SLAMS (Literarischer Wettbewerb)
Beispiel: LEAH WEIGAND
PFLEGE IST NICHT SEXY
ODER
VERGESSENSLÜCKEN
REGELMÄßIG KLICKE ICH AN: DIE ERNÄHRUNGSDOCS
(Siehe in meinem Blog, unter: Ernährung)
KURZE FILMTHEMEN WIE: MEINE LIEBLINGSTIERE:
SCHMETTERLINGE
VOGELZUG DER STÖRCHE
EICHHÖRNCHEN
PINGUINE…
Umfassendes Wissen und Adressen kann ich außerdem erwerben.
Adressen sind zu bekommen unter:
SUCHMASCHINE WIE GOOGLE
Hier eine kleine Auswahl, wenn ich z.B. folgende
Schlagworte eingebe, wie:
SCHLAGANFALLHILFE
SCHLAGANFALL LOTSEN
FREUNDE ALTER MENSCHEN
NACHBARSCHAFTSHILFE
NEBENAN
GEMEINSAM GEGEN EINSAM
FREUNDSCHAFTEN ZWISCHEN JUNG UND ALT…
Wunderbar ist es, dass ich mir heute die Zeit nehmen kann, weil ich mich so in zufällig selbst gesuchte Themen vertiefen kann. Dadurch eröffnen sich mir immer wieder neue Themen. Mir gefällt insgesamt an diesen Techniken, dass es kleine überschaubare Informationen und Themen sind, die mich aktuell interessieren und mich dadurch nicht mit einer riesigen Informationsflut überfordern.
Klar, für diese wunderbaren Themen, brauche ich zunächst einen geduldigen Helfer. Voraussetzung von meiner Seite: Ich selbst muss offen sein, noch Neues lernen zu wollen.