Persönlichkeitsveränderungen nach dem Schlag-Anfall

Da Jeder von uns einzigartig ist, gibt es zu dem Thema Persönlichkeitsmerkmale viele verschiedene Ansichten.

Nach einem Schlag-Anfall, kann es durch Verletzung des Gehirns, zu einer charakterlichen Veränderung der Betroffenen kommen, mit der weder sie selbst noch die Angehörigen gerechnet haben.

Z. B. wenn ein Mensch vor der Erkrankung nur geringfügig aggressiv war, so kann er jetzt schnell aufbrausend und gereizt sein.

Dieses Verhalten ist dem Kranken selbst oft nicht bewusst. 

So war es bei mir, denn meine Selbstwahrnehmung und die durch andere, klaffte oft auseinander, was mir aber nicht bewusst zugänglich war und zu gegenseitiger Kränkung führte. Dazu kamen Aufmerksamkeitsdefizite, die mir ebenfalls länger nicht bewusst waren.

Meine Besucher in der Reha hatten oft das Gefühl, dass es mir psychisch schon ganz gut ging, nur ich selbst nahm einen heftigen Wechsel zwischen Fröhlichkeit und (heimlichen) Wut-Ausbrüchen auf andere wahr. Meine Gefühle schwankten zwischen großer Dankbarkeit, dass sie da waren und meiner Beobachtung, mich nicht verstanden zu fühlen. Äußern konnte ich diese Gefühle lange Zeit aber nicht.

Da diese Unsicherheiten auch dann, als ich schon lange wieder zu Hause war, anhielten, entschied ich mich vorübergehend mir professionelle Hilfe zu holen. In diesen therapeutischen Einzelgesprächen wurde mir deutlich, das Eifersucht auf andere eines meiner Hauptthemen war.

Ich musste neu lernen, eigene Grenzen zu setzen, mich auch mal zu streiten und mich mit meinen Einschränkungen selbst anzunehmen.  Ein weiterer Schwerpunkt war die Anpassung an meine veränderte Lebenssituation und der liebevolle Blick auf kleine Veränderungen. 

Extreme Ungeduld bei Erklärungen durch andere und deren konstruktive Vorschläge, wie mein Leben jetzt neu zu gestalten sein könnte, erlebte ich nicht als Hilfe, sondern Bevormundung. 

Erst wenn ich wieder alleine war, konnte ich mich anhaltend wieder entspannen sowohl durch Weinen als auch Schreiben. Durch das Wieder-Alleine-Sein-Können, konnte ich allmählich reflektieren, dass ich mein jetziges Langsamer-Sein, noch nicht in mein neues Leben integrieren konnte. Starke Schwankungen im Gefühlsbereich, zwischen hektischem Reden und plötzlichem Schweigen, waren mir ebenfalls lange nicht bewusst. 

Ich stellte mich zunächst auch nicht meinen Ängsten, sprich meinem Trauma, dass ein neuer Sturz, weitere Einschränkungen bedeuten könnte. Mit diesen Ängsten blieb ich oft alleine.

Erst heute verstehe ich, dass meine Sehnsucht einerseits nach Verwöhnt-Werden und andererseits der Bewältigung den Alltag umzugestalten, tatsächlich eine Riesenanforderung war sowohl für mich selbst als auch für andere. 

Lieber Leser, da ich vermute, dass Sie ebenfalls viele dieser von mir beschriebenen Gefühle nach ihrem Schlag-Anfall erlebt und sich oft von Ihrem Umfeld nicht genügend verstanden gefühlt haben, kann ich hier nur wiederholen, es lohnt sich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bei der Suche nach einem Psychotherapeuten, brauchen Sie tatsächlich Unterstützung  und darum an dieser Stelle der Hinweis wie Sie heute bei diesem Thema professionelle Hilfe bekommen können. 

Und auch, wenn Sie denken: 

„Das schaffe ich schon alleine“ oder

„Die Unterstützung  durch die Krankenkasse steht mir doch nicht zu“,

sage ich hier ganz deutlich:

„Gönnen Sie sich diese Hilfe, vorübergehend einen Profi an der Seite zu haben, der Sie stützt“.

Die Suche nach einem professionellen Helfer ist sowohl verwirrend

als auch zeitaufwendig und darum hier hier einige links 

Es ist definitiv nicht einfach, die für sie richtige Therapie zu finden, darum hier noch einige Anregungen, die nur machbar sind, wenn Sie mit dem Netz umgehen können oder dafür eine liebevolle Unterstützung haben. 

 1.  Wenden sie sich an Ihren Hausarzt oder an Ihre Krankenkasse

 2. Oder http://www.psychotherapeutenkammer.de

 3. Oder http://www.psychotherapiesuche.de

 4. Oder http://www.wege-zur-Psychotherapie.org

Suchen Sie in Ihrer Umgebung Beratungsstellen, bei denen Sie kostenlose Beratung bekommen können, wie z. B.

bei der Diakonie, Caritas oder Humanistischen Union.

Noch ein Thema, wenn Sie einen Therapeuten suchen, der die 

Kassenzulassung haben muss, achten Sie darauf, dass dann die richtige Berufsbezeichnung ist: Psychologischer- oder Ärztlicher 

Psychotherapeut.

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