DAS KOCHEN MACHE ICH ICH (FAST ALLES ) NUR MIT RECHTS – WIE KANN ICH MICH ALLEINE GESUND ERNÄHREN?
Nach meinem Schlag-Anfall, war mir bereits klar, dass ich, trotz des gelähmten Armes, sobald ich zu Hause sein würde, selbst kochen wollte. (In der Reha wurde ich dazu auch angeregt.)
Da ich bereits, ein Jahr vorher, nach einer Hüftoperation, alleine Lebensmittel-Bestellungen per Email gemacht hatte, wollte ich auch jetzt wieder lernen autonom, per Ipad, zu bestellen. Ich bin heute unendlich dankbar, dass ich diese Herausforderung, trotzdem mit lang anhaltender Unterstützung, sofort annehmen konnte.
Natürlich passierten dabei auch zahlreiche Fehler. Ich wollte z. B. eine Tüte Haferflocken anklicken, stattdessen klickte ich aber zehn an. (Freunde freuten sich über meine Geschenke“.)
Oder…
Ich dachte, ich hätte ein Päckchen Blaubeeren angeklickt, stattdessen waren es zehn Kilo… (Auch diese musste ich verschenken, bevor sie verfaulten.)
Bei diesen Aktivitäten war ich jeweils mit dem Thema Geduld konfrontiert.
Aber es macht mir heute auch viel Spaß, wenn es mir gelingt, vor allem dann, wenn ich mir für die Bestellungen genügend Zeit nehme.
Nun gehe ich inzwischen, seit dreizehn Jahren, nicht mehr im Laden einkaufen und bin dankbar, dass ich gelernt habe, es zu akzeptieren.
Sehr viel Mut hat es mir gemacht, das Buch von:
Nick & Martina Tschirner, DAS EINHÄNDER-KOCHBUCH, in mein Leben einzubauen.
Der junge Mann hat dieses Buch, gemeinsam mit seiner Mutter, verfasst.
Er hat, nach seinem Unfall, bereits in der Reha mit Kochen begonnen.
Ich habe vieles von ihm übernommen, zum Beispiel, wenn ich keinen Helfer zum Gemüseputzen habe, als Alternative schon geschnittenes, tiefgekühltes Gemüse zu nehmen.
Dabei ist mir ein Thema wichtig, warum ich selber koche, oft höre ich nämlich das Gegenargument: „Es gibt doch heute schon, fast alles, fertig zu kaufen und es dauert dazu mit einer Hand definitiv länger.“ das stimmt, aber mein wichtigster Grund ist:
Da in fast allen Fertiggerichten, immer ZUSÄTZE und sowohl zu viel SALZ, ZUCKER als auch ZUCKER-ERSATZSTOFFE, enthalten sind, auf die i c h teilweise allergisch reagiere, d.h. mit Juckreiz, muss i c h, um mich wirklich GESUND zu ernähren, auf das beschränken, was ich gut vertrage.
(DAS IST, NEBENBEI GESAGT, TATSÄCHLICH EINE DETEKTIVARBEIT.)
Darum mache ich jetzt Aufstellungen, wie mein Frühstück, Mittag- und Abendessen aussieht.
(Das sind meine Erfahrungen, da kann jeder nur selber sich daran machen, sein Essen herauszufinden.)
Aber, es lohnt sich für mich, denn es ist sehr, sehr positiv, sein gutes Essen alleine herstellen zu können und wenn es dann auch noch schmeckt. Chapeau!
In seinem Buch sind viele Anregungen enthalten, wie durch die Einarmigkeit sowohl eine Küche umorganisiert werden könnte als auch, welche Geräte neu angeschafft werden müssen.
Dank Mr. Google gibt es viele Hilfen, diese stressfrei ins Haus bestellt zu bekommen.
Zurück zur Bestellung:
Nicht einkaufen zu müssen, bedeutet für mich Stressfreiheit. Denn ich klicke evtl. einen halben oder einen Tag vorher, die Zeit an, die ich mir wünsche, z. B. morgens, zwischen:
9.00 – 10.00:
Das klappt wirklich, bei der Bringefirma, die ich herausgefunden habe. Diese hat sowohl das normale Programm als auch viele Bio-Waren, da sie mit mehreren Bio-Höfen zusammenarbeiten. So brauche ich auch keinen Helfer mehr, der für mich extra in einen Bio-Laden gehen muss.
Ich bekomme alles direkt in die Küche gestellt. Ein toller Service und eine unglaubliche Erweiterung der Lebensqualität, nicht nur für alte und behinderte Menschen, auch für Familien, mit kleinen Kindern.
Trotz Einarmigkeit und Schlag-Anfall, ist das Kochen für mich alleine sehr verlockend. Meine Ergotherapeutin und ich, kochen gemeinsam einmal in der Woche, damit ich weiterhin übe.
Da ich diverse UNVERTRÄGLICHKEITEN habe, gelten für mich beim Kochen zusätzlich verschiedene Einschränkungen:
KEIN ZUCKER, KEINE ZUSATZSTOFFE.
Und so sieht täglich
MEIN GESUNDES FRÜHSTÜCK aus:
Haferflocken (evtl. ergänzen, durch: Hirse-, Reis-, Quinoa- oder Buchweizenflocken)
Leinsamen
Gesundes Öl (am besten Leinöl)
veganes oder griechisches Joghurt
Beeren, jeder Art
(hin und wieder) Apfelmark (da ohne Zucker),
manchmal Bananen, Wassermelonen oder Aprikosen.
Frisches, aber nie getrocknetes 0bst, da es zu viel Zucker enthält.
Dieses Müsli stelle ich dann, 4 Minuten, in die Mikrowelle, da dies meinem Darm besser bekommt, wenn ich morgens etwas Warmes esse.

MITTAGESSEN:
Kartoffeln
Viel grünes Gemüse
Möhren
Rote Bete

Chicorée
Pilze
Rote Paprika
Kürbis
Zwiebeln
Knoblauch
Meine LIEBLINGSGEMÜSE sind außerdem:
Kürbise, diese sind aber nicht zu händeln, mit einer Hand, darum Tiefkühlkost
Rote Bete, eingeschweißt, bereits gekocht
Möhren, bereits geschält.
Auch dieses Essen stelle ich inzwischen in die Mikrowelle, das ist für mich leichter zu Händeln.
ABENDESSEN:
Evtl. Rest vom Mittagessen, Kartoffeln, Gurke, Paprika, Knäckebrot und vegetarischer Brotaufstrich


PFLANZLICHES EIWEISS:
Linsen
Bohnen
Kichererbsen
GEWÜRZE:
Kurkuma
Zitrone
Kreuzkümmel
Muskat
Zimt…
KRÄUTER, grundsätzlich mit der Schere schneiden
NACHTISCH:
Kuchen, Kekse, aus dem Bioladen, wegen fehlendem Zucker, nur ein Mal in der Woche, (bei Unverträglichkeit: vorher DAO)
WEITERE VORSCHLÄGE –
Einmal in der Woche, im Wechsel:
Fleisch
Fisch
Eier
Ziegen- oder Schafskäse
ZWISCHENMAHLZEIT:
Mandeln
Walnüsse
Trotz massiver Einschränkungen im Essen, kann ich so doch sehr vielseitig kochen.
Darum bin ich, mit diesem Niveau, das ich jetzt erreicht habe, sehr zufrieden.