Erste Ergänzung, zum letzten Blog Thema, KUR ZU HAUSE
Ich hatte, beim letzten Blog, über meine naive Idee, eine dreiwöchige Kur zu Hause zu machen, berichtet, um meine Muskelschwächen aufzubauen. Aber es war ein riesengroßer Irrtum, zu meinen, dass drei Wochen genügend seien, um das Defizit, was ich insgesamt in meinem körperlichen Bereich hatte, wieder aufzuholen.
Ich musste begreifen, dass ich diese Übungen (vielleicht nicht ganz so stringent wie ich sie angefangen hatte) zwar machen kann, aber insgesamt über einen langen Zeitraum, weiterhin machen muss. Mit der Option, irgendwann wieder aus dem Rollstuhl herauszukommen. Ich weiß jetzt, das war viel zu optimistisch und bewirkte, dass ich einerseits frustriert war und andererseits wieder an der Akzeptanz meiner Behinderung, insgesamt habe arbeiten müssen.
Ich glaube, jeder der zum Beispiel schon einmal seinen Arm gebrochen hat, weiß, dass das Wieder-Einsteigen in den vorherigen Zustand, Wochen, ja auch Monate dauern kann. Trotzdem war dieser Optimismus gut, weil ich mich dadurch, mit meiner derzeitigen Realität auseinandergesetzt habe. Und an der Stelle mache ich weiter…
Zweite Ergänzung:
Eine Mit-Leserin meines Blogs, hatte die sehr gute Idee, den heutigen Text zu ergänzen, mit eigenen passenden Fotos. Darum heißt der nächste Text, am 3. August, DANKBARKEIT 2. Ich werde ihn sowohl inhaltlich erweitern, da das Thema sowohl umfangreich, intensiv und lohnend ist. Zusätzlich werde ich passende Fotos einbauen. Aber diese muss ich erst noch heraussuchen bzw. neu erstellen.
Dankbarkeit 1
„Nicht das BEGINNEN wird BELOHNT, sondern allein das DURCHHALTEN.“
„VERWEILE nicht in der VERGANGENHEIT, träume nicht von der ZUKUNFT, sondern konzentriere dich auf den gegenwärtigen MOMENT.“
Diese beiden Aphorismen von BUDDHA, indischer Religionsstifter, sind ein guter Einstieg in das Thema DANKBARKEIT.
Dieses Thema kommt sowohl in allen Religionen als auch in der Psychologie vor. Neuere Forschungen zielen auf die Natur individueller Unterschiede hin und auf die Frage, wozu es führt, wenn man mehr oder weniger dankbar ist? Es gibt eine große Einschätzungsskala über acht verschiedene Aspekte der Dankbarkeit. Diese beziehen sich u.a. auf Personen, Besitz, Rituale, soziale Unterschiede und/oder existenzielle Ängste.
Diese Themen haben mich angeregt, mich bewusst damit auseinanderzusetzen, ob, wann und wem gegenüber, ich dankbar sein könnte. Erst durch meinen Schlaganfall, wurde mir bewusst, dass ich dankbar sein kann, dass ich noch so GESUND bin und dass ich NUR körperlich, aber nicht auch geistig eingeschränkt bin.
Ein interessanter Aspekt der Psychologie ist, dass dankbare Menschen meistens glücklicher seien und weniger unter Depressionen leiden würden. Dankbare Menschen kommen mit neuen Lebensabschnitten, z.B. dem Wechsel vom Berufsleben in die Pensionierung oder von der Gesundheit in die Krankheit, besser zurecht.
Menschen, die vor diesen Wechsel dankbarer waren, waren drei Monate später weniger gestresst, weniger depressiv und insgesamt zufriedener. Und hier m e i n e aktuelle Dankbarkeitsliste, die jederzeit auch noch veränderbar sein kann. Sie sieht sicher bei jedem wieder ganz anders aus, oder?
JA, ich habe heute schon Einschränkungen, aber ich freue mich daran, dass ich viele Ideen habe, wie ich mein Leben konstruktiv verändern kann.
JA, ich habe heute keinen Garten mehr, mein kleiner Sonnen-Balkon, den ich mit Hilfe, selbst gestalten kann, hilft mir aber zufrieden zu sein.
JA, ich kann dankbar sein, dass treue Freunde mich zu Hause besuchen, da sie sowohl gerne mit mir reden als auch gesunde Suppen oder Kuchen mitbringen.
JA, ich freue mich, dass ich selbst noch kreativ sein kann und dadurch hin und wieder neue Ideen für meinen Alltag entwickel.
JA, ich bin zufrieden, dass ich von friedlichen Menschen umgeben bin, denn ich konnte mich auch schon von unfreundlichen, sprich aggressiven Menschen trennen, da ich feststellte, dass sie mich jetzt, beim Älter-Werden, zu sehr belasten.
JA, ich bin unendlich dankbar für mein erfülltes und befriedigendes berufliches Leben.
Freunde haben mir in Krisenzeiten, immer wieder geholfen, mein Leben positiv zu gestalten.
JA, ich weiß, dass ich jetzt gut für mich gesorgt habe, da ich noch alleine in meiner Wohnung leben kann. Durch diverse Hilfsangebote sowohl von Freunden, Pflegediensten, Diakonie als auch ehrenamtlichen Menschen, bekomme ich Unterstützungen. Mein Ziel ist es, so lange es irgendwie möglich ist, in meiner schönen Wohnung bleiben zu können. Die Option für meine Zukunft, wenn ich hilfsbedürftiger sein werde, könnte sowohl eine Pflegeeinrichtung als auch eine Alters-Wohngemeinschaft sein.
Bedingt durch häufige Darm-Entzündungen, weiß ich schon lange, dass ich sowohl auf Zucker in jeder Form als auch auf Zuckerersatzstoffe hochgradig allergisch reagiere.
Darum bin ich tatsächlich dankbar, dass ich es heute schaffe, durch anhaltende Selbsterziehung, auf vieles verzichten zu müssen.
Wie schwer diese Einschränkungen sind, das wird jeder nachvollziehen können, der ebenfalls, auf Grund diverser Krankheiten, sich einschränken muss.
Aktuell bin ich dankbar, dass ich weiterhin sowohl permanent EMAILS als auch diesen BLOG SCHREIBEN kann. Meine ständige Suche nach Lösungen, kann ich so immer wieder vertiefen und dadurch, trotz diverser Einschränkungen, versuchen, meine LEBENSFREUDE, meinen HUMOR zu erhalten und zu entwickeln.
Vielleicht gelingt es mir demnächst ein Kapitel über PERSPEKTIVENWECHSEL zu reflektieren. Die Empfehlung dazu, entnehme ich dem sehr lebens- und liebenswerten Buch von ECKART VON HIRSCHHAUSEN, „DER PINGUIN, DER FLIEGEN LERNTE“. (2024)