Das Leben Ist (k)ein Wunschkonzert


Dieser Spruch, oft gehört in der Kindheit, beschäftigt mich auch heute noch, wenn ich jetzt anfange, mich bewusst mit den Themen WÜNSCHE/WUNSCH auseinander zu setzen.
Heute höre ich öfter, dass viele ältere Menschen ihre verborgenen Wünsche ein Leben lang mit sich herumgetragen haben, diese aber nie verwirklicht wurden. (Siehe weiter unten „Wünschewagen…)
Wenn wir körperlich für diverse Wunscherfüllungen unfähiger sind, das Geld für Reisen oder die Begleitung fehlt, gibt es dafür oft keine schönen Abwechslungen mehr, oder?

Besonders fasziniert haben mich in der Kindheit, Märchen, in denen die Figur der „GUTEN FEE“ vorkamen, da sie den Menschen anboten, dass diese DREI WÜNSCHE
FREI hätten. In meinen (heimlichen) Phantasien konnte ich mir wünschen, was ich wollte.

Ich kann mich an drei Wünsche erinnern, ich war in der 2./3.Klasse und konnte alleine lesen.
Der erste war: „Ich wünsche mir, dass ich in der Schule auch einmal eine Eins bekomme, wie meine Freundin.“

Zweiter Wunsch: „Ich muss den Teller, mit dem Fleisch nicht aufessen.“

Und der dritte Wunsch: „Ich möchte abends noch lange im Bett lesen dürfen.“

Heute sind natürlich meine Wünsche ganz andere. Ich wünsche mir z. B.:

Erstens, dass ich sowohl mit mir selbst als auch mit meinen Mitmenschen in Frieden leben kann.

Zweitens, dass ich immer neugierig bleibe.

Und drittens, dass ich weiter auf der Suche bin, nach Zufriedenheit in meinem Leben.

Darum forsche ich heute noch nach machbaren Verwirklichungen meiner (kleinen) Wünsche.

FREI NACH DEM MOTTO VON GOETHE: „ICH BIN ZU ALT, UM NUR ZU SPIELEN, ZU JUNG, UM OHNE WUNSCH ZU SEIN.“

Ja klar, würde ich gerne noch mal in Wuppertal mit der Schwebebahn fahren können.

Ein Ersatz war für mich, seit 2024, dass Hanns Josef Ortheil eine 50minütige Fahrt ins Netz gestellt hatte, ohne Kommentar. Ich habe diese Kindheits-Erinnerungs-Tour sehr genossen.

Ja klar, würde ich in meinem Kindheits-Ort noch einmal durch den Wald, hinterm Haus, streifen wollen, sprich, bis zum Bach hinunter und bis zum kleinen Stausee wieder den Berg hinauflaufen. Aber für die Ausführung, müssten 520 km überwunden werden.
Mein großes Glück ist für mich heute, ich habe direkt hinter meinem Park, einen wunderschönen Wald.

Ja klar, würde ich an meinem anderen Kindheits-Ort lange, lange an der Elbe sitzen wollen und warten, bis die dicken „Pötte“ vorbeikämen. Die Anreise dorthin ist auch nicht mehr machbar.
Die Alternative ist aber, hier am kleinen Hafen zu sitzen. Das ist realistisch, denn es sind nur zehn Minuten Autofahrt, aber nur machbar mit Begleitung.

HIGH LIGHT ZUM GEBURTSTAG:
Ich habe mein Leben lang immer gerne meine Geburtstage gefeiert, in großer Runde, mit der Familie, mit Freunden…, davon gibt es zahlreiche lebensfrohe Fotos.

Seit meinem Schlaganfall, habe ich das Feiern verändert. Ich lade nur noch ein oder zwei liebe Mitmenschen zum Kaffeetrinken und miteinander reden ein.
Der Grund? Der Weg in ein Café ist sowohl schwieriger geworden als auch die Akustik dort ist anstrengender, durch die Zunahme des schlechteren Hörens.

Das bedeutete, dass ich im Laufe des Frühjahrs, zu sechs bis acht kleinen
„Erzähl-Cafés“ zu mir nach Hause einlade. Dieses bewährte Konzept genoss ich immer sehr.

In diesem Jahr nun möchte ich einmal etwas Neues ausprobieren: Da ich durch meine diversen Schmerzattacken, seit ca einem Jahr, kaum noch aus der Wohnung herauskam, möchte ich meinen Geburtstag so feiern, dass ich mir KLEINE AUSFLÜGE wünsche.
Mir wurde schmerzlich klar, dass, seit ich mehrheitlich im Rolli sitze, jeder Ausflug, sei’s mit dem Auto, mit dem Taxi, mit dem Bus, mit dem Schiebe-oder dem Elektro-Rollstuhl…alleine unmöglich geworden ist.
Mir wurde jetzt bewusst, vielleicht wäre so ein Ausflug durchführbar (?), wenn i c h zunächst e i n f a c h diese Wünsche erst einmal nur äußern würde. Denn dafür braucht es klare Planungen, sprich vorher surfen im Netz und eine einfühlsame schiebeerfahrene Begleitung.

Dazu eine (vorläufige) Themensammlung:

Wenn ich dann später einmal, am Ende meines Lebens, noch einen unerfüllten Wunsch haben sollte, dann verwirklicht mir vielleicht der „Wünschewagen“, UMSONST, meinen letzten Wunsch. FINANZIERT werden diese Aktionen durch Spenden. Gut ausgebildete Ehrenamtliche des Arbeiter Samariter Bundes erfüllen sterbenskranken Menschen einen letzten Wunsch. Sie fahren mit ihnen z.B. noch einmal ans Meer, zur Hochzeit der Tochter, zum Sohn oder Freund, die ganz weit entfernt wohnen.

Die Filme über diese unglaublichen Aktionen sind so beeindruckend, dass ich sie jedem gerne empfehlen möchte. (Siehe: https://www.wuenschewagen.de/.)

Das Schönste an solchen großen oder auch ganz kleinen Ausflügen ist das Thema VORFREUDE. Denn endlich mal wieder Rauskommen aus den eigenen vier Wänden und gemeinsam eine schöne Aktion realisieren, mit einem oder einigen friedlichen Menschen, ist nicht selbstverständlich, aber umzusetzen oder?

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