„Wunder-Tüten“


Erinnern Sie sich noch an die Wundertüten in der Kindheit? Oder an Überraschungseier? Im Zeitungsladen gab es sie für wenig Geld. Ich fand es damals immer unglaublich aufregend, zu entdecken, was da drinnen war. Es waren zwar Gegenstände, die nichts wert waren und irgendwann wieder in der Ecke lagen oder Brausepulver (was ich gar nicht mochte), aber es war doch immer mit einem gewissen Prickeln verbunden.
Und so ähnlich ging es mir im letzten Jahr mit meinem Balkon. Ich habe mir von Freunden aus deren Gärten, Samen mitbringen lassen. Die streute ich dann im März/April auf meinen Balkon. Ich habe aber auch beobachtet, dass die von mir im Winter gefütterten Vögel, die Samen weggepickt haben. (Obwohl es nichts bringt, ich habe mich darüber geärgert.) Ich kannte die Samen nicht und wusste also nicht, was daraus wird. Es war dann unglaublich spannend zu beobachten, welche wunderschönen Blumen heranwuchsen. Das war einerseits ein täglich verändertes Projekt in meiner unmittelbaren Umgebung. Andererseits natürlich auch ein billigeres, denn ich glaube, ich habe früher für die Frühlings-, Sommer – und Herbstbepflanzung jeweils viele Euro ausgegeben.
Ein weiterer Vorteil, ich musste niemanden mehr bitten, für mich Blumen zu kaufen, um einen schönen Balkon zu bekommen und ich empfand dadurch Freude und Zufriedenheit.
Meine WILD-BLUMEN-WIESE lockte bisher zwar noch keine Schmetterlinge, aber Hummeln und Bienen an.

In früheren Jahren hatte ich entweder nur Kräuter- oder auch Erdbeerpflanzen gezüchtet. Und als ich hier einzog, versuchte ich es sogar mit einem kleinen Apfelbaum, frei nach Luther: „Wenn Morgen die Welt untergehen würde, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“. Er blühte tatsächlich im zweiten Jahr, bekam EIN niedliches Äpfelchen, erfror aber im nächsten Winter. Darum gab ich auf.

Die Reaktionen meiner Besucher zeigen mir, dass meine Art den Balkon zu pflegen, auch von anderen positiv wahrgenommen und bewundernd kommentiert wird.

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