Die Unterstützung, die mir die Ergo-Therapeuten (früher Beschäftigungs-Therapeuten), anboten, bei mir zu Hause, waren sicher mit ein Grund (ebenfalls wie die durch die Physio-Therapeuten), dass ich überhaupt soweit gekommen bin, davon bin ich ganz fest überzeugt.
Beide Therapien haben mich sowohl körperlich als auch mental weitergebracht. Für mich war diese Zusammenarbeit auch deswegen so gelungen, weil jeweils die CHEMIE zwischen uns gestimmt hat.
Eine zusätzliche Herausforderung, durch die Gespräche mit ihnen, wurde parallel auch immer mein Gehirn geschult.
Ich hatte deswegen auch nie das Bedürfnis, zusätzlich noch zu weiteren Therapieformen zu gehen. Dass, was ich mache, nämlich neugierig bleiben, täglich schreiben, mich für andere interessieren, meinen Alltag kreativ gestalten, ist aus meiner Sicht mein bestes GEHIRN-JOGGING.
Wie die einzelnen Ergotherapeuten arbeiten, wird sehr unterschiedlich sein.
Dazu lade ich mir selbst, bis heute, immer wieder durch YouTube kurze Videos herunter, zum Thema: „Übungen nach dem Schlag-Anfall.“
Zu Beginn bekam ich dafür oft auch Hilfe durch meine Alltagsbetreuer.
Meine Ergotherapeuten boten mir, nach der Früh-Reha, zunächst zwei wichtige Säulen ihrer Arbeit an:
- SPIEGEL-THERAPIE

Aus einer Mail an Freunde:
„Mein rechter Arm liegt vor dem aufgestellten Spiegel, der linke, lahme Arm dahinter. Der Spiegel täuscht mir vor, dass ich auch den linken Arm sehe, der aber doch unbeweglich hinter dem Spiegel liegt. Wenn ich den rechten Arm bewege, glaube ich auch meinen linken Arm in Bewegung zu sehen.
Die durch den Spiegel entstehende optische Illusion, soll bestimmte Hirnareale aktivieren.
Der Sinn dieser Übungen ist, dass sich so neue, neuronale Verknüpfungen im Gehirn ergeben sollten. Fakt ist aber auch, dass dieses Vorgehen unendliche Male geschehen müsste. Diese Disziplin brachte ich, kurz nach dem Schlag-Anfall, zu Hause alleine leider nicht auf. Das konnte ich nur realisieren, gemeinsam mit dem Therapeuten.
Es gibt eine Fülle von Vorschlägen im Netz, darum hier, zum Weiterlesen ein wichtiger link:
https://schlaganfallbegleitung.de/nachsorge/spiegeltherapie
Grundsätzlich sollte gelten, sich bei jeder Form der Therapien Fachberatung zu holen, das gilt auch für jede Form von Übungsgeräten.
2. HELP-ARM

Da bei mir, durch die Halbseitenlähmumg der linke Arm kraftlos ist, soll er mit dieser Unterstützung wieder lernen, sich in bestimmten Positionen alleine zu halten. Es sollen dadurch Bewegungen wieder möglich werden, ohne gegen die Schwerkraft arbeiten zu müssen. Die Muskelschwäche und das Gewicht des Armes (er wiegt 5 bis 7 Kilo) verhindern die Beweglichkeit.
Diese Übungen machten mir zwar Spaß, aber sie müssten täglich intensiv durchgeführt werden, aber darauf konnte ich mich alleine oft nicht einlassen.
Und hier einmal ein völlig ungewöhnliches Vorgehen, ich schreibe, aus der Sicht einer Patientin, eine GEBRAUCHSANWEISUNG für Therapeuten. Was ich mir als Patientin gewünscht und hier auch bekommen habe (in der Reha leider oft auch nicht, bedingt durch zu viele Patienten) ist folgendes:
Ich wünsche mir einen Therapeuten:
Der sich sowohl über die aktuelle Gehirnforschung informiert als auch immer wieder neue Ideen einbringt.
Der Zuhören kann, mich ernst nimmt, liebevoll, freundlich, aufbauend und anerkennend ist. Fordernd und fördernd sollte seine Haltung für mich sein.
Der kein „Besser-Wisser“ ist.
Der keine Bemerkungen loslässt wie: „Das ist doch ganz einfach“ oder „Machen sie jeden Tag eine viertel Stunde Hausaufgaben“. (Da dieses aber jeder Therapeut vorschlägt, ist das vermutlich nicht nur für mich zu stressig.)
Ich persönlich wünsche mir jemanden, der mich fragt, was ich vielleicht haben möchte, weil er wahrnimmt, dass ich heute z. B. überfordert bin, um schwierige Übungen machen zu müssen.
Ich meine, dass das nicht zu viel verlangt ist, von einem der professionell ausgebildet ist und somit auch weiß, in welcher psychischen Lage sich ein Schlaganfall-Patient oft befindet. Denn dieser ist bereits Experte im herumnörgeln, sich überfordern und beides tut er selber schon genug. Aber die liebevolle und verständnisvolle Seite, die schafft er alleine oft nicht..
Wenn ich nur daran denke, wie ich ziemlich lange aggressiv auf meinen linken Arm gehauen habe, weil ich so wütend war, dass er nicht mitgemacht hat. Da war es mir immer eine große Hilfe, dass der Therapeut dann die Übungen unterbrochen und mit mir darüber gesprochen hat, dass ich neu lernen müsse, eine liebevolle Beziehung zu diesem Arm aufzubauen.