Mein Schlag-Anfall, Stroke-Klinik

Ich freute mich, nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben und dem Tod meines Mannes auf mein neues Leben im (Un-)Ruhestand. Ich hatte dafür viele Pläne, vor allem wollte ich reisen. Ich freute mich auf ein unabhängiges und lebensfrohes Dasein, ohne Verpflichtungen wie tägliche Besuche im Pflegeheim. Ich übernahm Ehrenämter wie die Gestaltung eines Kulturcafés und engagierte mich in einer Gartengruppe. Ich phantasierte mich am Computer sitzend und ohne Zeitdruck ein neues Buch schreibend.

Aber dann hatte ich, vier Monate nach dem Tod meines Mannes einen Schlag-Anfall. Ich nahm den Sturz vor der Haustür noch wahr. Aber, ich habe keine Erinnerung daran, dass ich danach eine halbe Stunde im Regen vor der Tür gelegen habe. Ich weiß auch nicht, dass ich selbst die Haustür aufschloss, mit dem Fahrstuhl in den zweiten Stock fuhr und bei Nachbarn klingelte. Sie sorgten sehr schnell dafür, dass ich in die STROKE-KLINIK kam (eine Spezialklinik für Schlaganfallpatienten).

Dort folgten wohl viele Untersuchungen und die Aufnahme in einen Überwachungsraum mit anderen Patienten, dicht neben drei Männern und zwei Frauen.

Der Horror schlechthin, daran habe ich insgesamt wenig Erinnerungen, außer an die Albträume von: Gewalt, Überfällen, Soldaten und Krieg.

Dass ich linksseitig gelähmt war, verstand ich zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht. Im Dämmerzustand jagten ununterbrochene Panikzustände durch meinen Kopf. Ich wusste nicht, was das alles bedeutete. Aber genau das machte meine Situation unerträglich. Verwirrt war ich nie. Ich hätte mir aber in diesem Zustand eher gewünscht, nichts zu denken und zu fühlen. Ich nahm wahr, ich wurde gewickelt und hatte anhaltenden Durchfall und extremen Juckreiz, vermutlich bedingt durch hohen Tablettenkonsum.

Ein Riesen-Problem war, dass die Pflegekräfte unfähig waren, mir meine Zahnprothese herauszunehmen, was ich selbst durch die Lähmung der linken Hand nicht konnte.

Viele Informationen stürzten auf mich ein, die ich aber weder verstehen noch verarbeiten konnte. Mit den Fragen, ob ich überleben würde oder ob es nicht besser wäre, wenn ich sterben könnte, blieb ich tagelang allein.

Schnell war klar, ich müsste in eine Reha.

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